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 Schule

Wann Kinder schulreif sind...


Kriterien für die Schulfähigkeit

Kann- oder Korridorkind?
Oder doch ganz vorzeitige Einschulung?

Als wir Eltern damals eingeschult worden sind, stellte sich diese Frage noch nicht.
Wer bis zum Stichtag 6 Jahre alt geworden war und mit dem rechten Arm über den Kopf mit der rechten Hand das linke Ohr fassen konnte, war zukünftiger ABC-Schütze.

Die entscheidenden Veränderungen der gesellschaftlichen und kindlichen Wirklichkeit in den letzten Jahrzehnten haben zu einer differenzierteren Sichtweise von Schulfähigkeit geführt, zu der außer körperlichen Faktoren noch weitere Faktoren gehören:
Denn geistiger, emotionaler und sozialer Entwicklungsstand tragen ebenso in einem sensiblen Wechselspiel zur Schulreife bei.



Geistige Faktoren:

Wissensdrang und Neugierde sind zentrale Antriebsfedern zum Lernen. Außerdem haben es Kinder, die sich selbst kleine Ziele setzen und mit einer gewissen Ausdauer an einer Sache verweilen können, leichter mit den schulischen Anforderungen.

Emotionale Grundbedingungen:

Wie verkraftet es das Kind, wenn es nicht drankommt, obwohl es sich ohne Rausrufen eifrig gemeldet hat?
Auch in anderen Zusammenhängen braucht ein Kind in der Schule ständig eine gesunde Portion Frustrationstoleranz!
Außerdem ist die Frage, ob das Kind sich allen Aufgaben, die es im Unterricht und in der Klassengemeinschaft zu erwarten hat, auch wirklich stellen will, von zentraler Bedeutung.

Soziale Fähigkeiten:

Regeln müssen eingesehen und vor allem eingehalten werden. Das fällt oft schwer:
Das ruhige Sitzen in der Schule, zuhören ohne Zwischenrufe, die anderen Kinder ausreden lassen, das Eigentum des Nachbarn respektieren u.s.w.
Auch sich in der Gruppe angesprochen fühlen ("Nehmt das Matheheft heraus") und ohne persönliche Extra-Aufforderung das Arbeitsmaterial bereit zu legen, gehört dazu.

Motorische Vorraussetzungen:

Je geschickter die Finger, umso problemloser das Schreiben, Malen und Basteln. Aber auch sich im Klassenzimmer zu bewegen ohne zu rempeln oder zu toben, müssen manche Kinder erst mühsam lernen.

Ausblick:

In Baden Württemberg ist durch die Stichtagsvorverlegung und Stichtagsflexibilisierung eindeutig der Trend zu früheren Einschulungen ausgelöst, was einerseits sinnvoll scheint auf dem Hintergrund der großen Entwicklungsunterschiede in diesem Alter:
Erstklässler können sich in Reife und Fähigkeit um mindestens zwei volle Lebensjahre unterscheiden, z.B. ein Fünfjähriger ist völlig souverän im Umgang mit der Schere, während ein Siebenjähriger noch größte Mühe damit hat.
Das Modell "Schulanfang auf neuen Wegen" versucht dieser Tatsache Rechnung zu tragen, indem an ausgewählten Schulen Baden-Württembergs flexible Eingangsstufen der Klassen 1 und 2 als jahresgemischten Gruppen zusammengefasst sind, wo die Kinder ihrem jeweiligen Lernzeitbedarf entsprechend zwischen einem und drei Jahren verweilen.
Auf der anderen Seite darf nicht außer acht gelassen werden, dass sehr junge Schulanfänger vom Sozialverhalten häufig starken Nachholbedarf haben, was die Klassengemeinschaft strapaziert. Außerdem hat die Erfahrung an vielen Schulen gezeigt, dass gewisse Probleme ertst in der Mitte der Grundschulzeit auftreten:
"Bei den sprachlichen Fähigkeiten, die in Klasse 3 gefordert sind, haben früh eingeschulte Kinder immer wieder ziemliche Defizite", gibt Ingrid Kißling, Rektorin von der Grundschule Vaihingen-Aurich zu bedenken.
Insgesammt müssen die Bestrebungen, den Schulbeginn vorzuverlegen, mit Sorge betrachtet werden.
Für das Schuljahr 2007/2008 werden alle Kinder die bis zum 30.09. 6 Jahre alt geworden sind, automatisch schulpflichtig!
Denn die Grundbedingungen des Baden-Württembergischen Schulsystems sind weiterhin überwiegend die alten. Bereits vorhandene Visionen wie Teamteaching, umfassende sozialpädagogische Betreuung, etc. sind bisher in wenigen Ansätzen realisiert.
Auf diesem Hintergrund wiegt die Entscheidung, Einschulung ja oder nein, besonders schwer und sollte erst nach Gesprächen mit allen, die das Kind kennen und gründlicher Abwägung sämtlicher Faktoren getroffen werden.

Autor: Ute C. v. Widdern
Quelle: Luftballon - Die Elternzeitung der Region Stuttgart


Persönliche Erfahrungen:

Benjamin ist am 15. Juni 1997 geboren und hätte somit im Jahr 2003 eingeschult werden müssen. Ich habe ihn aber zurückstellen lassen, was nicht so ganz einfach war, denn aus der Sicht des Gesundheitsamtes, wäre Benjamin "Schulreif" gewesen.
Ich habe mich aber trotzdem dagegen entschieden und diesen Entschluss bereue ich keinesfalls!
Benjamin ist im September 2004 in die 1. Klasse gekommen.
Er tut sich in vielem einfach leichter, als seine jüngeren Klassenkameraden. Er ist viel selbständiger und hat auch mehr Ehrgeiz und Ausdauer, als mit 6 Jahren. Ihm fällt das Lernen wirklich sehr leicht.
Patrik, der Kleine ging in die "Grundschulförderklasse". Das ist eine Einrichtung, wo die Kinder spielerisch auf die Schule vorbereitet werden.
Im September 2006 wurde er dann eingeschult.

Wenn Sie noch Fragen oder Anregungen haben dann setzen Sie sich einfach mit mir in Verbindung.
Informationen bitte per E-Mail an: info@allein-erziehend.info



 
 
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